Ein Haus voller Gestaltung
Georg Scheicher wurde 1958 in Hallein geboren. Sein Vater – Architekt, Tischlermeister und Unternehmer – war vor allem neugierig, umtriebig und visionenreich. Er brachte bereits in den frühen 60er-Jahren skandinavische Größen wie Hans Wegner, Mogens Koch, Arne Jacobsen und Alvar Aalto in das damalige Einrichtungshaus Scheicher in die Salinenstadt. Seine Mutter, eine belesene Buchhändlerin aus dem weltoffenen Berlin, brachte frischen Wind in das „graue“ Hallein der 50er-Jahre.
Die Diskussion über Kunst, Gestaltung und handwerkliche Qualität prägte den familiären Alltag. Nach der Grundschule besuchte er die HTL für Holzwirtschaft, erlernte das Tischlerhandwerk und arbeitete in seiner Freizeit viel in den familieneigenen Unternehmen. Anschließend studierte er Betriebswirtschaft an der WU Wien (Diplomarbeit zum Thema „Architektur als Marketinginstrument“).
Studienjahre in Mailand
Eine Begegnung mit Alessandro Mendini in Wien legte die Weichen für ein Postgraduate-Studium an der Domus Academy in Mailand. Die Auseinandersetzung mit Lehrern wie Gaetano Pesce, Andrea Branzi, Philippe Starck und Ettore Sottsass führte zur Erkenntnis: Gestalten muss neben Funktion und Form auch ressourceneffizient sein. Form allein ist nicht alles!
Meilensteine & Netzwerke
1988: Gründung des weltweiten Netzwerks O2 „design for a better future".
1989: Ausstellung „Neolite" in der Mailänder Triennale mit O2.
1990: Einladung nach Tokyo zur Gestaltung einer Eco-Design-Ausstellung im SEIBU Ginza.
1990er: Eco-Design-Konferenzen mit O2 in Paris, Laibach und Rotterdam.
1992: Prozession durch Mailand während der Möbelmesse und ein Manifest über die Zukunftsfähigkeit des Ressourcenverbrauchs (mit Rudolf M. Scheicher).
Lehre und Architektur
Seit 2005 gibt Georg Scheicher sein Wissen als Lektor an der FH Kuchl weiter — in Holztechnologie, Holzbau sowie Design- und Produktmanagement. 2006 wurde ein Leuchtturm-Projekt fertiggestellt: das S-House in Böheimkirchen (NÖ) – das erste Faktor-10-Passivhaus in Cradle-to-Cradle-Technologie.
Gründung von RIOF
Im Jahr 2010 wurde der nächste Schritt gesetzt: die Gründung von RIOF – ein Projekt, das über viele Jahre gedanklich gewachsen ist und nun realisiert wurde. Heute führen Georg und sein Sohn Vincenz das Studio gemeinsam — gefertigt wird in ausgewählten Tischlereien im Alpenraum.
Nachhaltigkeit ist für uns Selbstverständlich
Als Betrieb mit Wurzeln im Tischlerhandwerk ist für uns klar: Holz ist mehr als ein Werkstoff – es ist Verantwortung. Deshalb verwenden wir bevorzugt lokales Holz, achten auf trennbare Verbindungen und verzichten bewusst auf umweltbelastende Materialien.
Nachhaltigkeit beginnt für uns schon im Entwurf: Unsere Möbel sind so gestaltet, dass sie langlebig und reparierbar sind und am Ende ihrer Nutzungsdauer in ihre Bestandteile zerlegt werden können – zur Wiederverwendung, zum Recycling oder zur energetischen Verwertung.